• Laser@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    25
    ·
    edit-2
    1 day ago

    Die Ergebnisse der Studie sind so grob leider ziemlich irreführend, da hier Altersgruppen verschiedener Kulturen einfach vermischt werden. Aus dem Gedächtnis: Frauen sollten offen man gehorchen, 60% der befragten Gen Z Männer in Malaysia sagt ja, 23% in den USA, Ergebnis: gut 30% 😲 ist natürlich Quatsch, hier wird die viel stärkere Korrelation ausgeblendet. In Deutschland übrigens 9%

    Nachtrag: interessant auch die Antworten bzgl. “Women who have a successful career are more attractive to men”, ich bin mir nicht sicher, wie verlässlich die Studie da ist, das passt irgendwie nicht zum Rest, besonders zu “A woman should not appear too independent or self-sufficient”

    Nachtrag 2: siehe auch mein Kommentar https://feddit.org/post/26713049/11873860 bzgl der Fragestellung

  • JensSpahnpasta@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    21
    arrow-down
    2
    ·
    1 day ago

    Echt hart schwierig diese Studie. Generationen sind ja gewissermaßen “Erfahrungskohorten” und ich persönlich finde es etwas absurd, wenn man sie dann so merkwürdig globalisiert. Die “Babyboomer” in Westdeutschland sind halt eine andere Erfahrungskohorte als die gleichaltrigen Menschen in China. Und das gilt auch für die Gen-Z. Wer heute jung ist in Indien, Deutschland oder Kuba muss nicht gleich ticken und das in eine Headline zu gießen ist halt Quark.

    Und dann haut der Standard so einen Satz raus:

    Ein weiteres erschreckendes Ergebnis: Fast jeder dritte Gen-Z-Mann (31 Prozent) ist der Meinung, dass eine Ehefrau ihrem Mann immer gehorchen sollte. Bei den Gen-Z-Frauen liegt der Wert mit 18 Prozent deutlich darunter.

    Schaut man dann in die Studie selbst, dann ist das halt in Deutschland einfach nicht so.

    Drüben bei Reddit wurde dann mal wieder fleißig Geschlechterkrieg geführt, Leute haben sich wüst beschimpft ob dieser Studie, aber die Aussagekraft ist halt gleich null. Als ob es irgendwie relevant sei für uns hier, was irgendwelche jungen Leute in Indonesien denken.

    Hier die Studie:

    https://www.ipsos.com/sites/default/files/ct/news/documents/2026-03/IWD 2026 Global Charts FINAL_0.pdf

    Und manche Fragen sind halt auch extrem länderspezifisch. Ich weiß, ich meckere immer über das gleiche, aber in Deutschland ist es natürlich eine völlig valide und nicht rückständige Position, dass man der Meinung ist, dass die rechtliche Gleichstellung von Frauen zu weit gegangen ist, wenn sie halt rechtlich völlig gleichberechtigt sind, es aber z.B. Wehrpflicht nur für Männer gibt und es legal ist, dass man Stellenausschreibungen macht, bei denen Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt werden. Da ist dann wirklich die rechtliche Gleichstellung in eine Benachteiligung der Männer gekippt und das kann man nicht durch Wörter wie “rückständig” oder “Steinzeitdenken” diskutieren

    • Laser@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      16
      ·
      1 day ago

      Vor allem lese ich jetzt erst den Wortlaut richtig, der ja etwas anderes sagt: Da steht nicht: Eine Frau sollte gehorchen, sondern “denken Sie, dass in ihrem Land mehr Menschen der Aussage zustimmen, dass eine Frau gehorchen sollte”. Damit sind die Altersgruppen auch ziemlich sinnlos (von der grundsätzlichen Frage abgesehen…)

        • Laser@feddit.org
          link
          fedilink
          arrow-up
          5
          ·
          1 day ago

          Ah. Danke.

          Wie gesagt, ich halte die Studie nur insofern aussagekräftig, als dass sie die kulturellen Unterschiede aufzeigt. Eine allgemeine Aussage über internationale Grenzen hinweg ist sehr schwierig.

          Mir persönlich wäre es ja zu doof, meiner Partnerin etwas zu befehlen (nur auf Befehle kann man ja auch gehorchen), das kann man vielleicht mit Hunden machen, aber hey.

    • killingspark@feddit.org
      link
      fedilink
      English
      arrow-up
      3
      ·
      1 day ago

      aber in Deutschland ist es natürlich eine völlig valide und nicht rückständige Position, dass man der Meinung ist, dass die rechtliche Gleichstellung von Frauen zu weit gegangen ist, wenn sie halt rechtlich völlig gleichberechtigt sind, es aber z.B. Wehrpflicht nur für Männer gibt und es legal ist, dass man Stellenausschreibungen macht, bei denen Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt werden. Da ist dann wirklich die rechtliche Gleichstellung in eine Benachteiligung der Männer gekippt und das kann man nicht durch Wörter wie “rückständig” oder “Steinzeitdenken” diskutieren

      Immer ein gutes Zeichen wenn man seine Meinung direkt als “natürlich nicht rückständig” kennzeichnen muss.

      Die rechtliche Gleichstellung muss im Tandem mit der gesellschaftlichen Gleichstellung laufen, bzw diese anregen und ausgleichen. Ja in gewissen Bereichen sind Frauen rein rechtlich gesehen bevorteilt. Dem gegenüber steht eine ganz praktisch existente Benachteiligung zu beobachten. Nur eins von beidem zu nehmen und daraus abzuleiten man sei “zu weit gegangen” find ich scheisse.

      Ganz abgesehen davon, dass “zu weit” impliziert, dass man Schritte zurück machen sollte, was lustig ist wenn man es gleichzeitig nicht als rückständig bezeichnet sehen möchte.

      Wäre es nicht eher so, dass wir in beiden Bereichen Schritte nach vorne zu machen sind? Zum Beispiel keine Wehrpflicht für Männer? Und Einstellungen nach Geschlecht erlauben um das Team ausgewogen zu machen?

      • JensSpahnpasta@feddit.org
        link
        fedilink
        Deutsch
        arrow-up
        4
        arrow-down
        1
        ·
        1 day ago

        Da bin ich einfach einer anderen Meinung. Ich finde, dass es gerade Kern des Rechtsstaates ist, dass es gleiche Rechte und Pflichten für alle gibt. Gesellschaftliche Gleichstellung, den Gender Pay-Gap, Care-Arbeit oder ähnliche Themen als Begründung für eine rechtliche Ungleichstellung zu nehmen, halte ich für extrem schwierig und sogar kontraproduktiv. Die Wehrpflicht ist hier übrigens das beste Beispiel: Die offizielle Begründung des Bundesverwaltungsgerichtes warum die Geschlechterdiskriminierung bei der Wehrpflicht ok sei ist, dass Frauen in anderen familiären Bereichen stärker belastet sind.

        https://www.bverwg.de/de/260606B6B9.06.0

        Wenn sich also jetzt ein Mann hinstellt und den Frauen sagt “hey, wir haben Wehrpflicht gehabt und ihr nicht und der Ausgleich dafür ist, dass ihr mehr Care-Arbeit machen müsst”, dann ist das offiziell völlig korrekt aufgrund der rechtlichen Ungleichbehandlung. Dass das aber natürlich gnadenlos alle Geschlechtergleichbehandlungsthemen vergiftet, ist auch klar. Dann nehme ich lieber einen Wehrdienst auch für Frauen und statt einer höchstrichterlich festgestellten “Care-Arbeits-Pflicht” für Frauen.

        Und gleichzeitig diskriminiert man damit halt Leute, die nichts dafür können. Wenn du halt jetzt jungen Menschen Jobs aufgrund ihres Geschlechts eben nicht gibst, weil irgendwie die Eltern oder Großelterngeneration keine Geschlechtergerechtigkeit gelebt hast, dann ist das halt natürlich etwas, das die Leute verbittert. Und dann ist es auch kein Wunder, wenn Umfragen entsprechend mit gewissen Negativtendenzen ausfallen. Es fickt halt gerade auf einer individuellen Ebene hart rein: Dann darfst du als junger Mann zur Bundeswehr und deine Klassenkameradinnen können schön studieren, Work&Travel in Australien machen oder in den Beruf rein, mit der Begründung, das irgendwelche anderen Männer sich weniger um ihre Kinder kümmern. Oder du kriegst die Stelle oder die Beförderung trotz Qualifikation nicht und hattest auch nie eine Chance drauf, weil irgendwann völlig nicht von dir zu beeinflussen irgendwo die Jahrzehnte vorher mehr Männer eingestellt wurden. Da ist es glaube ich leider verständlich, dass es dann in Umfragen einen Teil der Leute gibt, die “Gleichberechtigung ist zu weit gegangen” antwortet.

    • killingspark@feddit.org
      link
      fedilink
      English
      arrow-up
      1
      ·
      24 hours ago

      Irgendwas ist mit feddit broken, ich kann deine Antwort nur in meiner Inbox lesen, nicht hier im Thread. Deswegen die Antowrt hier, sorry für den dadurch super unübersichtlichen Threadverlauf… :/

      Da bin ich einfach einer anderen Meinung. Ich finde, dass es gerade Kern des Rechtsstaates ist, dass es gleiche Rechte und Pflichten für alle gibt. Gesellschaftliche Gleichstellung, den Gender Pay-Gap, Care-Arbeit oder ähnliche Themen als Begründung für eine rechtliche Ungleichstellung zu nehmen, halte ich für extrem schwierig und sogar kontraproduktiv. Die Wehrpflicht ist hier übrigens das beste Beispiel: Die offizielle Begründung des Bundesverwaltungsgerichtes warum die Geschlechterdiskriminierung bei der Wehrpflicht ok sei ist, dass Frauen in anderen familiären Bereichen stärker belastet sind. […] Wenn sich also jetzt ein Mann hinstellt und den Frauen sagt “hey, wir haben Wehrpflicht gehabt und ihr nicht und der Ausgleich dafür ist, dass ihr mehr Care-Arbeit machen müsst”, dann ist das offiziell völlig korrekt aufgrund der rechtlichen Ungleichbehandlung. Dass das aber natürlich gnadenlos alle Geschlechtergleichbehandlungsthemen vergiftet, ist auch klar. Dann nehme ich lieber einen Wehrdienst auch für Frauen und statt einer höchstrichterlich festgestellten “Care-Arbeits-Pflicht” für Frauen.

      Ich glaub über das Ziel sind wir uns relativ einig, über den Weg sind wir uns uneinig. Ich halte es nicht für ok der einen Gruppe mehr rechtliche Pflichten zu geben damit diese genug Druck hat um sich der gesellschatflichen Pflichten zu entledigen. Das würde erstmal zu einem (noch stärkeren) Ungleichgewicht zu ungunsten einer Gruppe führen die (zumindest historisch, aber ich finde auch aktuell noch) eh schon benachteiligt ist. Wenn man diesen Weg über ein gezieltes Ungleichgewicht gehen will, sollte dieses Ungleichgewicht auf der Seite der eher privilegierten passieren.

      Ich denke es macht viel mehr Sinn Anreize zu schaffen Männern die rechtlichen Pflichten zu erlassen wenn sie dafür die momentan nur durch gesellschaftlichen Druck entstehenden Pflichten übernehmen. Wie genau man das ausgestaltet ist noch ne ganz andere Diskussion. Die Richtung finde ich aber viel vielversprechender.

      Und gleichzeitig diskriminiert man damit halt Leute, die nichts dafür können. Wenn du halt jetzt jungen Menschen Jobs aufgrund ihres Geschlechts eben nicht gibst, weil irgendwie die Eltern oder Großelterngeneration keine Geschlechtergerechtigkeit gelebt hast, dann ist das halt natürlich etwas, das die Leute verbittert. Und dann ist es auch kein Wunder, wenn Umfragen entsprechend mit gewissen Negativtendenzen ausfallen. Es fickt halt gerade auf einer individuellen Ebene hart rein: Dann darfst du als junger Mann zur Bundeswehr und deine Klassenkameradinnen können schön studieren, Work&Travel in Australien machen oder in den Beruf rein, mit der Begründung, das irgendwelche anderen Männer sich weniger um ihre Kinder kümmern. Oder du kriegst die Stelle oder die Beförderung trotz Qualifikation nicht und hattest auch nie eine Chance drauf, weil irgendwann völlig nicht von dir zu beeinflussen irgendwo die Jahrzehnte vorher mehr Männer eingestellt wurden. Da ist es glaube ich leider verständlich, dass es dann in Umfragen einen Teil der Leute gibt, die “Gleichberechtigung ist zu weit gegangen” antwortet.

      Da kommst du in die Abwägung zwischen gesamtgesellschaftlichen Änderungen und Einzelfallgerechtigkeit. Genauso könntest du über Frauen jammern, die ihr Studium oder ihre Karriere unterbrechen müssen um ihre Eltern zu pflegen oder Kinder zu betreuen während die Männer Geld verdienen und Rentenpunkte sammeln um dann viel früher in Rente mit höheren Bezügen gehen zu können. Es wird auch Beispiele für Frauen geben, die die aktuelle Regelung gut finden, weil sie gerne Pflegearbeit leisten und ihnen ein System ganz gut passt, das genau darauf ausgelegt ist, dass sie diese Arbeit übernehmen. Solche großen Änderungen mit Einzelfallgerechtigkeit widerlegen zu wollen ist mMn nicht zielführend.

      • JensSpahnpasta@feddit.org
        link
        fedilink
        arrow-up
        1
        arrow-down
        1
        ·
        22 hours ago

        Ich glaube, dass diese Kategorie Männer versus Frauen einfach zu grob schlechtig ist, dort wirklich eine Gerechtigkeit hinzukriegen. Wir haben da ebenfalls das Problem mit Schichten, Klassen und einfach Unterschieden zwischen den individuellen Lebensarten. Wir haben Milieus, in denen die Geschlechtergleichheit in den Partnerschaften schon sehr, sehr gut funktioniert. Und wir haben Milieus, in denen sie noch irgendwie im Mittelalter feststeckt. Und wir haben dann natürlich auch noch eine steigende Anzahl von Singles, wo solche Themen gar nicht diskutiert werden können, weil die Menschen natürlich ohne Partner überhaupt keinerlei unterschiedliche Belastungen innerhalb der Partnerschaft/Familie haben können. Das ist übrigens auch gar keine so kleine Zahl, sondern jeder dritte Deutsche.

        Was ich damit sagen will, ist, dass man das Thema, glaube ich, nicht so dual mit Männern versus Frauen betrachten kann. Die Tochter des CEOs hat sicherlich ganz andere Startbedingungen ins Leben, als zum Beispiel ein migrantischer junger Mann aus der Arbeiterklasse oder mit Fluchthintergrund. Da bringt es dann nichts, wenn man dem jungen migrantischen Mann die Wehrpflicht zuschustert, aber nicht tiefer genauer steuert und dann z.B. die CEO-Tochter zur Bundeswehr schickt und ihn nicht.

        Und was mich da auch an der Stelle etwas irritiert beziehungsweise ärgert, ist natürlich, dass wir hier eine sehr einseitige Förderung haben. Es ist ja nicht so, dass wir zum Beispiel andere Leute aus benachteiligten Milieus besonders fördern würden, sondern wir machen das irgendwie nur bei Männern versus Frauen. Etwa ein “Menschen mit Migrationshintergrund werden bevorzugt eingestellt”, oder “jüngere Leute werden bevorzugt eingestellt” oder “alte Leute werden bevorzugt eingestellt” ist rechtlich komplett verboten.

        Und nochmal, es geht mir wirklich um die rechtliche Ungleichbehandlung. Es ist sicherlich nicht gut, wenn Frauen ihr Studium unterbrechen müssen, um ihre Eltern zu pflegen. Aber es ist ein Unterschied, ob bestimmte Themen wirklich in Gesetze gegossen sind. Frauen, die familiäre Pflege leisten im Studium, könnte man sicherlich anders fördern, als durch eine Wehrpflicht für Männer. Und auch wenn z.B. das Thema Pflege immer als Frauenthema gezogen wird: Es gibt halt auch männliche Einzelkinder. Oder Menschen, die nur Brüder haben. Die trifft das auch.