Es gibt wahnsinnig viele Mitarbeiter in meinem Unternehmen, die nach Corona richtig Gas gegeben haben. Wir hatten mit Unterbesetzung zu kämpfen, der Markt hatte einen riesigen Aufholbedarf, viele neue Kollegys mussten eingearbeitet werden etc. etc. Diese Menschen haben unser Unternehmen gerettet und das ist der einzige Grund, weshalb wir noch nicht von der Krise betroffen sind. Ich gehöre zu diesen Kollegys. Ich bin jetzt ausgebrannt und trotz Versprechen seitens AG habe ich nem Scheißdreck dafür bekommen.
Warum sollte man da noch weiter Gas geben? Man wurde einfach ausgenutzt und am Ende ist man sogar der Buhmann, weil man nicht mehr auf dem Niveau weiter macht.
Ich gebe nen Fick auf den AG. Er soll mich meiner Leistung entsprechend entlohnen, dann bekommt er auch die entsprechende Leistung von mir.
“Die Mehrheit der Arbeitskraftnehmer ist emotional
kaumnicht an ihre Arbeitskraftgeber gebunden.” Wo diese Studie?“Wenn du so tust, als würdest du mich richtig bezahlen, tue ich so, als würde ich richtig arbeiten.”
Finde ich aber eigentlich alles nicht verwunderlich. Von Arbeitgeberseite kommt halt nicht selten einfach nur der allseits bekannte Obstkorb. Hatte hier mal einen Arbeitgeber, der halt so Snacks wie Snickers o.Ä. im Pausenraum aufgestellt hat, die man dann dort einzeln zu überteuerten Preisen kaufen kann und das wurde dann als Mitarbeiter-Benefit dargestellt.
Es werden auch gerne Meetings abgehalten, in denen von den Arbeitnehmern konstruktive Kritik an der Arbeit angebracht werden darf. Aber wenn man jetzt denkt, es würde sich tatsächlich etwas ändern, wird man nur enttäuscht.
Es drängt sich der Eindruck auf, als wäre alles ein Manöver, was man in der Führungskräfte-Schulung lernt um zu zeigen “Wir sehen, dass ihr unzufrieden seid.” in der Hoffnung, dass allein das gegenüber den Arbeitnehmern reicht und dass sie nicht merken, dass sich trotz des tollen Meetings absolut gar nichts verändert.
In meinem Leben habe ich einfach lauter Pfeifen erlebt, die wirklich alle “ganz toll reden” können, aber wenn man mal tiefer in die Gespräche einsteigt, sind es alles nur leere Menschenhüllen, die schnell die Karriereleiter hoch wollen. So viel zum familiären Klima. Ist doch alles nur ein Witz.
Wir hatten auch den Kühlschrank mit Getränken, die man bezahlen sollte. Und der Chef war so stolz darauf! Vom alten Chef wurde einmal im Monat eine Runde im Wirtshaus bezahlt, beim neuen hätte das Geld stattdessen die Getränke mitfinanzieren sollen. Bis es halt einfach verschwunden war.
Ich hab mal als Servicekraft für einen deutschen Mittelständler gearbeitet, der sein Sommerfest auf dem Privatgrundstück des Chefs zu veranstalten. Mit Catering für 2000 Personen und Fußballtunier - selbstverständlich für Umme. Da wurden Mitarbeitys aus Indien eingeladen.
Dienst nach Vorschriften ist ein typisches Zeichen einer kriese im Sinne von Streit < Konflikt < Kriese. Ich denken, dass es durchaus möglich ist und auch erfüllend sein kann mehr zu tun. Was nicht heißen soll, dass es jedermanns ding ist. Ich denke dass vor 30 Jahren diese arbeitsbereitschaft da war, die Rahmenbedingungen aber vollkommen anders waren und es deshalb akzeptiert wurde (was auch weit verbreitetem Sexismus zu verdanken war.)
Warum hat man das damals gemacht? Sicher auch brainwashing, aber am Ende des Tages stand hinter der Arbeit ein solides Leben.
Heute müssen beide Eltern einer klassischen Familie arbeiten. Nach steuern für die Bildung aller und Sozialabgaben für Renten und Sozialversicherung darf man dann noch 1/3 vom netto an miete zahlen, damit irgend ein boomer am anderen Ende Deutschlands sich seinen Ruhestand versüßt und in seiner 50 Jahre alten Immobilie mieten erhöht ohne auch nur das nötigste gegen den überall entstehenden schimmel zu tun.
Und dann stellt sich noch ein Kanzler hin und meckert über die ganzen Minderheiten und Lifestyle teilzeitler. Das ist eon konsequentes gegen die Wand fahren der Gesellschaft durch die beiden großen Volksparteien weil man ja an “die Wirtschaft” denken muss. Wie soll denn Wirtschaft ohne Gesellschaft und der damit einhergehenden Kooperationsbereitschaft gehen ihr idioten da oben?
Warum hat man das damals gemacht? Sicher auch brainwashing, aber am Ende des Tages stand hinter der Arbeit ein solides Leben.
Das ist einfach nur das verklärte Bild vom “Früher war alles besser”. War es aber nicht.
Früher ist mal einer länger geblieben, aber auch nur, um sich im Betrieb noch das neue Geländer fürs Treppenhaus zusammenzuschweißen, die Lehrbücher für die Kinder zu kopieren oder einfach nur beim Feierabendbierchen zu lästern.
Gegenüber heute hatte man auch einfach nicht die Mittel. Wenn einer in Urlaub war, war er halt weg. Kein Handy, kein eMail, kein WhatsApp um mal schnell durchzuklingeln, wenn die Hütte brennt. Da musste man sich dann anders behelfen, oder es halt einfach liegen lassen.
Die Erwartungshaltung, dass alle zum Spaß einfach so mehr machen, wurde noch nie erfüllt.
Das ist einfach nur das verklärte Bild vom “Früher war alles besser”. War es aber nicht.
Und dann
Früher ist mal einer länger geblieben, aber auch nur, um sich im Betrieb noch das neue Geländer fürs Treppenhaus zusammenzuschweißen, die Lehrbücher für die Kinder zu kopieren oder einfach nur beim Feierabendbierchen zu lästern.
Klingt schon ein bisschen so als sei es früher besser gewesen. Vorschriften nach Dienst heißt machen was man gesagt kriegt. Wenn früher die Möglichkeit bestand ein solides Leben mit der erbrachten Arbeit zu leben, und diese Arbeit mit Respekt einherging, war das sicherlich motivierend und man hatte die Möglichkeit sich durch einbringung selber zu verwirklichen. Das ist mein Gedanke
“Immer mehr Firmen zahlen nur nach Vorschrift”
Wir brauchen noch eine Studie darüber, wie viele Prozent der Arbeitgebenden im Monat nur maximal das zahlen, was vertraglich vereinbart wurde.
Und die Studie, wie viel Prozent der Arbeitskraftnehmer grundsätzlich nur das vertraglich vereinbaren, wozu sie bei Strafe gesetzlich verpflichtet sind.
Arbeitgebenden
An sich schon arg verqueer. Nun, mit dem Ent-Generativum extremst schräg.
Das schlägt die „Busfahrenden“ um Längen. LoL
Von mir aus auch Arbeitgebys, aber bissi cringe, dass wir immer noch über das Entgender-Thema reden. Fühlt sich ein bisschen an, wie Leute, die sich 2025 noch über Menschen mit FFP2-Maske echauffieren.
Eigentlich sind die so genannten Abeitgebenden die Arbeitnehmenden.
Ja, Känguru.
Naja, was erwartest du von einer Person, die ungelernte Arbeitende für dumm und faul hält?
Wieder am Trollen?
Wieder am Trollen?
Der Irrsinn wird immer skurriler.
Du hast einen Vertrag. Du erfüllst Deine Seite des Vertrages. Die Gegenseite erfüllt ihre. Jetzt sollst Du umsonst was drauf legen. Für Doitschland!!! Völlig verrückt. Eine Firma bei der du angestellt bist ist keine Familie und auch kein Freundeskreis. Wenn die was extra haben wollen können sie das gerne für lecker extra Euros kaufen, wenn ich es denn überhaupt im Angebot habe.
Du erfüllst Deine Seite des Vertrages. Die Gegenseite erfüllt ihre. Jetzt sollst Du umsonst was drauf legen. […] Völlig verrückt.
Einmal hatte ich einen Chef, der “etwas draufgelegt” hat. Er hat mich zeitweise nur alle paar Wochen getroffen (wegen Reisetätigkeit) und dann jedesmal ein hübsches Essen im Lokal spendiert. Einfach so, ohne weiter ein Wort darüber zu verlieren.
Tolles Buch zum Thema: “Bin ich hier der Depp?”. Hochgradig empfehlenswert.
Edit: Autor: Martin Wehrle, Untertitel: “Wie Sie dem Arbeitswahn nicht länger zur Verfügung stehen.” Mosaik Verlag.
Danke für den Tipp, hab ich mir grad bei Thalia für 3€ als DRM-freies eBook gegönnt. :)
Tja, emotionale Bindung kann man halt nur an etwas haben, das positive Emotionen hervorruft.
Eine dysfunktionale Shitshow, geführt von mehreren Generationen BWL-Justus und ihren Stiefelleckern, von denen einer dümmer ist, als der andere, ruft bestenfalls Amusement in Form von Schadenfreude hervor, wenn mal wieder irgendwas besonders Dummes, wovor man mehrfach gewarnt hat und ignoriert wurde, mit Ansage und Anlauf in die Hose geht.
Wenn “Dienst nach Vorschrift” nicht ausreicht, liegt das nicht an zu geringer emotionaler Bindung. Emotionale Bindung an den Arbeitsplatz führt zu Schuldgefühlen führen zu Ausbeutung. “Dienst nach Vorschrift” ist nicht zu wenig, sondern das, was vereinbart und vertraglich bzw. in Dienstanweisungen festgehalten wird.
Wie sieht das denn umgedreht, aus Angestelltensicht aus? Die Lebenshaltungskosten steigen, die Löhne aber steigen nicht im gleichen Maße. Die Sorge vor Altersarmut und sozialem Abstieg steigt deswegen.
Warum sollten Arbeitende sich extra Mühe geben, wenn das nicht honoriert wird, wenn man trotzdem am Monatsende den Euro dreimal umdrehen muss?
Loyalität muss verdient werden. Wer sie einfordert, verliert.Wer unbezahlte Mehrarbeit will, muss sich auch so verhalten. Arbeitgebys machen halt meistens auch höchstens das Minimum. Und wer scheiße bezahlt, bekommt Scheiße geliefert.
Und wer scheiße bezahlt, bekommt Scheiße geliefert.
If you pay peanuts, you get monkeys
Ich habe minutenlang überlegt wie ich meine Antwort formuliere und du hast es besser auf den Punkt gebracht als ich könnte.
Wenn der Betrieb alles auf “Streamlining” ausrichtet (lies: wie können noch weniger Leute noch mehr “erledigen”) wirkt sich das natürlich negativ auf die Arbeitsmoral aus. Und die ganzen Motivationspredigten gehen meist nur in eine Richtung: wir sind eine grosse Familie, deswegen müsst ihr jetzt noch mehr leisten. Die Austerity-Lüge in klein.
Viele flechten dann Versprechen mit ein, die bei genauerem Hinsehen aber zerbröseln weil sie nicht bindend sind.Mir ist das vor ein paar Jahren passiert - direkt nach Korona - und ich habe dann gekündigt wofür mich der Staat dann natürlich auch noch bestraft hat.
Und das im sozialen Sektor wo diese Art von Streamlining doppelt sinnlos ist.
Seitdem habe ich gute und schlechte Betriebsführung gesehen und es ist ein bisschen traurig wie viele in meiner Branche solchem Narrativ trotzdem auf den Leim gehen.
Welchen Stuss man von sich gibt nach einer Stunde Doomscrolling auf “Unternehmer” Accounts
“Die Arbeitnehmer wieder in der Schuld.” Ihre Liebe Union
Hast du den Artikel gelesen?
Hier wird die Schuld für geringe Bindung, Dienst nach Vorschrift und resultierenden Krankenstand der Unternehmensführung gegeben. Union erst gar nicht erwähnt.
Es war ein Witz zur politischen Lage à la “Teilzeit ist Freizeit”.
„Geringe emotionale Bindung ist kein Einstellungs-, sondern ein Führungsproblem“
Wenn ich meinem Vorgesetzten 2x erzählt habe, dass ich mit den übertragenen Aufgaben fertig bin und die nächste Aufgabe brauche und es passiert dann nix, dann beschäftige ich mich halt selber.
Das ist übrigens der Grund, dass ich hier in letzter Zeit weniger poste. Ich bin nicht mehr angestellt und zu Hause hab ich mehr zu tun, als am PC Präsenz zu zeigen. 😝
Frechheit! Das ist so nicht mit uns abgesprochen worden! Wo kommen wir denn da hin, wenn sich hier jeder einfach ein Leben neben dem Fediverse aufbaut? /s
Ich frage mich, wie man im Jahr nur 5 Tage krank sein kann. Das hat man doch fast schon mit nur einer Erkältung erreicht.
Homeoffice, wenig unter Leuten. Während der Pandemie war ich seltener krank als jemals zuvor.
Deutsche Krankheit… fällt immer schön aufs Wochenende so das man maximal mal nen Montag ausfällt. Ist leider echt häufig, kann ich aus eigener Erfahrung sagen 😓
Ich war dieses Jahr bisher sechs Tage krank und letztes Jahr 0.
Ich war seit min 1 Jahr nicht erkältet, also wirklich nicht mal ne laufende Nase.
Dein Immunsystem hätte ich gerne
Glaube das ist nur Glück…
Das ist im Endeffekt eine Funktion aus Alter, Gesundheitszustand und Lebensumständen. Wenn du jung bist, entsprechend gesund und vielleicht fit, steckt dein Körper viele Sachen viel besser weg. Hast du keine kleinen Kinder, die dir jede neue kreative Seuche aus der Kita mitbringen, hast du da auch weniger Probleme. Hast du einen Job, der dich nicht körperlich arbeiten lässt, dann sieht es bei ganz vielen Krankheiten auch noch einmal anders aus.
Die Kinder bringen die Seuche heim, das Immunsystem ist wegen Schlafmangel eh schon hinüber…der perfekte Cocktail 👍
Vor den Kids war ich alle drei Jahre mal wirklich krank. Jetzt eigentlich praktisch das ganze Jahr über, paar Wochen im Sommer nicht.
Nicht jeder hat jedes Jahr eine Erkältung, die schwer genug ist, um einen Krankenstand zu rechtfertigen. Ich etwa hatte 2024 keinen einzigen Krankenstandstag.
Ohne KiTa Infektionen klappt das easy, war bei mir jedenfalls auch so…bevor die Kleine in den Kindergarten kam…
Schaffe ich ganz entspannt. Zu Schulzeiten war das niedrigste, was ich an Fehltagen auf einem Zeugnis stehen hatte waren 2 Fehltage. Seit dem hat sich nicht groß was verändert.
Gut, in der Oberstufe hatte ich sehr, sehr viele Fehltage…aber das lag nicht an irgendwelchen Krankheiten.
Zwanzig Jahre nach dem Abi habe ich immer noch einmal im Jahr den Albtraum, dass ich nicht zum Abi zugelassen werde, weil ich zu viel geschwänzt habe 😅
Hatte auch mehr als nur eine Person bei mir in der Stufe, die Formal eigentlich nie hätten zum Abi zugelassen werden dürfen. Eine Person ist ungelogen vielleicht alle 2 Wochen mal aufgetaucht.















