Der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) hat die drei vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossenen Buchhandlungen aktiv getäuscht. In einer vom BKM zu verantwortenden E-Mail vom 10.02.2026 an die Buchhandlungen heißt es: „Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Sie von der unabhängigen Jury nicht für eine Auszeichnung ausgewählt wurden. Die Jury hat sich bei dem sehr hohen Niveau der Bewerbungen die Entscheidungsfindung nicht leicht gemacht. Die getroffene Wahl schmälert deshalb keineswegs unsere Hochachtung für Ihr großes Engagement.“
Die Jury hat in ihrer Stellungnahme vom 09.03.2026 klargestellt, dass sie die drei Buchhandlungen als Preisträgerinnen vorgesehen hatte. Die nachträgliche Entscheidung, die drei Buchhandlungen von der Prämierung auszuschließen, sei von dem BKM getroffen worden und hätte außerhalb des Einflussbereichs der Jury gelegen.
„Eine derartige Lüge wie in der Absage-E-Mail an die Buchhandlungen ist feige und eines Bundesbeauftragten für Kultur und Medien nicht würdig. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat nicht nur den Buchhandlungspreis beschädigt, sondern auch sein eigenes Amt. Wir prüfen jetzt zusätzlich eine Dienstaufsichtsbeschwerde an das Kanzleramt.“ erklärt RA Sven Adam als Bevollmächtigter der Buchhandlung Rote Straße (Göttingen) zu den neuen Erkenntnissen aufgrund der Erklärung der Jury.
[…]
Edit:
Link zur Sammelaktion zur finanziellen Unterstützung der Grundsatzsatzverfahren der drei Buchhandlungen:


Je nu, er wird vermutlich nicht öffentlich gesagt haben “die politische Ausrichtung passt mir nicht”. Mich interessiert, wie er sich rechtfertigt.
Also die Jury trifft ein Art Vorentscheid?
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/wolfram-weimer-keine-nachfrage-beim-verfassungsschutz-zu-buchlaeden-110849496.html
Hui. Das geht teilweise weit über meinen Kopf hinweg, aber das Bild wird klarer. Danke!
Mein Laienverständnis:
Er hat ein Verfahren angewandt, in dem geschaut wird ob ein Unternehmen oder eine Person irgendwo in den Akten vom Verfassungsschutz vorkommt. Wenn ja, hätte er die Gelegenheit gehabt, genauer nachzufragen, in welcher Form, weil “kommt vor” alles mögliche heißen kann.
Hat er aber nicht. Ihm reichte die Info, dass sie irgendwo vorkommen, als Vorwand, ihnen den Preis zu verwehren.
Das Verfahren ist eigentlich für Sicherheitszwecke vorgesehen, bei denen die Info “Ja, die Person hat bei uns Vermerke” schon reichen kann, jemanden nicht einzustellen.
Jetzt wollen die Buchhandlungen gegen dieses intransparente Verfahren vorgehen, weil das ja so eigentlich keine faire Art ist, jemanden zu be-/verurteilen: “Joa, wir haben da Indizien” - Indizien wofür? Und welche Bewandtnis hat das hier?
Die Jury(-Mitglieder:innen?) nominieren die Buchhandlungen. Diese drei wurden also nominiert, aber von Herrn Weimer danach wieder von der Liste gestrichen
Eine Zeitung (taz? Zeit? FAZ?) vermutete, dass z.B. die Bremer Buchhandlung Golden Shop in den Verfassungsschutzunterlagen auftauchen könnte, weil ein altes Graffito mit “Deutschland verrecke” auf der Häuserwand prangt.
Laut BKM gab es nach einer Abfrage Hinweise des Verfassungschutzes auf Unterstützung von Linksextremismus, die allerdings nicht im spezifischen bekannt sind oder genannt wurden. Auf diese hat sich das BKM gestützt, um die Buchhandlungen von der Preisverleihung auszuschließen.