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Doch wieder wurde kein Täter ermittelt, niemand festgenommen. Dabei ist K. in seinem Wohnblock in Trotha als Rechter bekannt. Am 14. März 2025 zog K. erneut unvermittelt an einer Bushaltestelle in Halle-Trotha die umgebaute Gaspistole und schoss einem Passanten direkt ins Gesicht. Weil der Mann sich zur Seite drehte, verletzte die Stahlkugel nur sein Ohr. Zur Überraschung des Verletzten wurde Lucas K. noch vor Ort von Polizeibeamten kontrolliert – eine Nachbarin aus dem nahegelegenen Wohnblock hatte den Notruf über einen bewaffneten Mann informiert.

Doch die Beamten, die auf den blutenden Passanten und Lucas K. trafen, stellten lediglich die Personalien fest und nahmen ihm die Waffe ab. Dass Lucas K. unter zweifacher Bewährung steht und die Waffenbehörde ihm das Tragen einer Waffe amtlich untersagt hat, fiel den Beamten nicht auf. K. konnte nach Hause gehen.

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  • luciferofastora@feddit.org
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    19 days ago

    auch trotz beliebter Metaphern wie “gesellschaftliches Krebsgeschwür”.

    Das Problem bei Metaphern ist, dass sie immer irgendwo Grenzen haben. Sie modellieren einen Teil des Sachverhalts – hier: die Art um sich zu greifen, wenn nicht behandelt, und die Schwierigkeit der Behandlung ohne Kollateralschaden – aber können nie alles abdecken.

    Es ist eben keine wortwörtliche medizinische Krankheit, sondern ein soziales Problem, das entsprechend auch nicht medizinisch angegangen werden kann sondern soziale Lösungen braucht, die eben auch nicht auf individueller Eben ansetzen wie eine (Chemo-/Psycho-)Therapie sondern Grundhaltungen und die Probleme, die ihr als Brutstätte und Nährboden dienen.