Ich war mit meinen Kindern schwimmen und kam gerade aus dem Schwimmbad. Ohne mir groß was dabei zu denken, habe ich mir heute Morgen meinen Pullover mit der Aufschrift “FCK NZS” angezogen. Beim Verlassen des Schwimmbades spricht mich jemand an, er klang erst freundlich interessiert, wo ich den den Pullover her hätte. Ich antwortete, ich wüsste es nicht, er sei ein Geschenk gewesen. Auf einmal schlug seine Stimme, um, er fing an zu pöbeln und sagte, er sei ja selbst Nazi. Ich war so baff und hatte ja auch meine Kinder dabei, dass mir nur einfiel, ihm dann noch einen schönen weiteren Lebensweg zu wünschen. Er nannte mich zum Abschied “Schwachkopf” und verschwand im Schwimmbad.
Ich ärgere mich jetzt nur, dass diese Begegnung in meinem Kopf im Nachgang zu viel Platz einnimmt. Egal welchen pointierten Spruch ich gehabt hätte, es hätte eh nichts geändert, trotzdem ärgere ich mich mal wieder, wie wenig schlagfertig ich bin. Die Kinder haben es zum Glück gut verarbeitet und wir haben auf dem Rückweg noch darüber geredet.
Ich frage mich jetzt nur, ob dieser Mensch ganz andere Probleme hatte oder ob wir inzwischen wieder so weit sind, dass man sich bei Tageslicht auf offener Straße wieder traut, sich selbst als Nazi zu bezeichnen.


Weiß jetzt nicht ob dein “darf man” im Titel eher sozial gemeint war oder rechtlich, aber bei Letzterem ist die Antwort klar nein. Das war, ähnlich wie das Zeigen eines Hitlergrußes, ziemlich sicher Volksverhetzung (§130 StGB):
Die Frage ist halt ob du dir den Stress antun willst das zur Anzeige zu bringen… Aber hättest du theoretisch machen können.