Hallo zusammen,
Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.
Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?
Habe mir diese Woche Relooted gekauft (etwas spät wie es scheint denn es gab keinen Rabatt) und mir gefällt es. Die Idee, in 2300 oder so, afrikanische Artefakte aus Museen zurückzuführen liegt mir am Herzen. Griechenland hat damit jetzt auch Probleme, denn die Engländer wollen trotz eines neuen Museums in Athen uralte Artefakte nicht zurück geben.
Abgesehen von der Geschichte ist das Spiel gut animiert und ich habe Momente wo es bei mir flüssig läuft. Es ist eine Art Parkourspiel und wenn man alle Hindernisse perfekt überwältigt fühlt sich das schon geil an. Empfehlenswert.
Ich hab “Zwiebelchen” von Gianni Rodari gelesen. Ein Kinderbuch, das in den 50ern in Italien geschrieben wurde und in der Sowjetunion sehr bekannt war.
In dem Buch sind die meisten Charaktere Obst oder Gemüse. Der Protagonist ist eine Zwiebel, dessen Vater (ebenfalls Zwiebel) unverschuldet ins Gefängnis kommt. Er hat nämlich den Zorn des Statthalters Zitrone auf sich gezogen.
Bei einem Besuch gibt der Vater dem Sohn den Auftrag: “Pack deine Siebensachen, ziehe in die Welt hinaus und studiere die Schurken”. Schurken sind, das lernt man im Laufe des Buches, Angehöre und Unterstützer der Herrscherklasse, die die arbeitenden Leute unterdrücken. Zwiebelchen zieht unerschrocken los und findet viele Freunde.
Das Buch erzählt von der Kraft der Solidarität und Freundschaft und davon dass es sich lohnt zu kämpfen. Es hat mir sehr gut gefallen. Meine Ausgabe ist von einem DDR-Verlag, aber ich denke nicht, dass Ulbricht, Honecker und Co das Buch gelesen haben.

Ich bin im Industriemuseum Chemnitz gewesen und kann das durchaus empfehlen, wenn man Interesse an Industrie hat und wie Produkte früher hergestellt wurden. Es gibt viele tolle Ausstellungsstücke, vor allem aus dem Bereich Fahrzeug- und Textilindustrie, da das die zwei großen Treiber der Industrialisierung in der Region waren. Es gibt viele alte Automodelle aus den Anfängen der Pkw Entwicklung.
Schade ist, dass in meinem Augen zu wenig erklärt wird in Texten und das es sich vor allem um Industrieprodukte und deren Herstellungsverfahren dreht und weniger um die Auswirkung der Industrie auf Gesellschaft und Natur. Dazu gibt es zwar ein paar Texte und Exponate am Rand, aber es ist im Endeffekt stark positiv gegenüber Industrie im Allgemeinen eingestellt. Spannend fand ich die Vorführung der großen Dampfmaschine. Das war schon beeindruckend zu sehen, wie sich die Maschine in Bewegung setzt.
Und ich habe jetzt doch kapituliert und Parasite Eve als Let’s Play fertig geguckt. Nachdem ich gesehen habe wie viele Kämpfe da noch gekommen wären, bin ich auch absolut froh darüber und würde eigentlich jedem empfehlen sich das Spiel in der Form zu Gemüte zu ziehen. Es hat eine interessante Geschichte und für die Zeit beeindruckende Inszenierung, aber die Spielmechanik ist einfach absolut veraltet und tröge. Die Kämpfe ziehen sich ewig und vernünftig ausweichen kann man durch die Isoperspektive auch nur schwer.
Ich habe „Der Verdacht“ von Friedrich Dürrenmatt gelesen. Bisher wahrscheinlich mein Lieblingskrimi von ihm. Komissär Bärlach liegt in diesem Teil im Sterben und ermittelt nur aus dem Bett. Die Handlung ist nicht weiter komplex aber sie bietet den Rahmen für viele interessante Gedanken über den Tod, woran Menschen Glauben und wie sie vom Glauben abfallen, warum Menschen Böses tun und ob man Böses auch aus gutem Grund tun kann. Gleichzeitig klagt Dürrenmatt hier auch die Schweizer an, die sich für ihre Unparteilichkeit im 2 Weltkrieg loben und die in dieser Zeit aber vielleicht trotzdem einiges an Schuld auf sich geladen haben.
Außerdem habe ich „Der Doppelgänger“ von Dostoevsky gelesen. Das war eine Fortsetzung meiner letzten Wochen und hat mir auch gut gefallen. Auch wenn man hier merkt, dass es zum Frühwerk des Autors gehört und noch von etwas Schliff hätte profitieren können erkennt man schon einige von Dostoevskys Stärken die er in späteren Erzählungen perfektioniert. Die Handlung ist sehr ähnlich wie bei Gogols Tagebuch eines Wahnsinnigen, auch hier zerbricht mal wieder ein Titularrat an seiner überflüssigen gesellschaftlichen Position, aber wo Gogol übertreibt und sich lustig macht löst Dostoevsky das ganze psychologisch auf.
Carpenter Brut hat ein neues Album und es ist ganz hervorragender Cybersynth/Darkwave/Krach:
https://www.youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_ncpCjI0HB6It5FNFCEqtt9ghW9ZvTmax8
Letztes Jahr hab ich’s zufällig morgens in der Zeitung gesehen; dieses Jahr bin ich in der Vorwoche drauf gestoßen. In diesem Sinne heute mal eine Vorschau:
Am nächste Wochenende - also am 14. und 15. - findet deutschlandweit der Tag der offenen Töpferei statt. In meiner Region gibt mehrere teilnehmende verschiedene Werkstätten/Ateliers, die dort mitmachen. Vermutlich werde ich wieder eine große Radtour machen und ~2 Stationen besuchen. Das (Kunst)-Handwerk finde ich sehr faszinierend - bin gespannt welche Stücke und Vorführungen es zu sehen gibt.


