Der Grund für die schlechte Laune in der Gesellschaft ist der Mangel an öffentlich sichtbaren gesellschaftlichen Errungenschaften. Die Sachen die Einzelpersonen nicht selber machen können aber nutzen und nur durch Gesellschaft funktionieren - wie Kultur, Sport, Infrastruktur, Öpnv, etc. Hier kämpft der Staat darum überhaupt den Status quo zu halten bzw. hat das schon aufgegeben. Der Bereich des Lebens wo es Neuerungen gibt ist der privatwirtschaftliche. Und damit der, der vom persönlichen Einkommen abhängt und damit A) bei weitem nicht für alle verfügbar ist und b) sich nicht als Errungenschaft der Gruppe anfühlt. Man kann dazu nicht sagen:“Wir haben das geschafft.”
Was denken andere dazu?


Eine Gesellschaft, die einen wie auch immer gearteten Sündenbock braucht, um sich erhaben zu fühlen, kann nicht lange funktionieren, ohne ins Faschistische abzurutschen. Keiner weiß, ob er nicht der nächste Sündenbock ist, wenn man sich am aktuellen abgearbeitet hat.
Das führt dazu, dass man sich in die Familie zurückzieht, wenn man den eine hat. Alle anderen stehen ohne Schutzschild auf der Straße.
Das kannst du nur auflösen, wenn man wieder lernt, miteinander zu reden, zu leben, ohne konsumieren zu müssen. Die “Volkshelden” sei es eine Fußballmannschaft, ein Grand-Prix-Sieger oder was auch immer – sind nicht die Lösung. Dritte Orte sind das Zauberwort. Aufenthaltsorte, wo man sich begegnen kann, ohne dafür Geld zahlen zu müssen.